St. Lambert - Pfarrei Teunz St. Lambert - Pfarrei Teunz St. Jakob bei Fuchsberg Flurdenkmäler in der Pfarrei Teunz Flurdenkmäler in der Pfarrei Teunz Flurdenkmäler in der Pfarrei Teunz
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"Da Jakowe drauß"
Jakobskirchlein bei Fuchsberg

Ca. 700 Meter außerhalb des Ortes Fuchsberg (Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Oberpfalz, Landkreis Schwandorf, Gemeinde Teunz), etwa auf halber Wegstrecke zwischen Fuchsberg und Hermannsried schmiegt sich an den aufsteigenden Berg ein kleines Kirchlein, der St. Jakob.

Vor der Kirche stehen zwei große Kastanienbäume. Einer dieser Bäume wurde durch Sturm und Blitz 1950 sehr stark beschädigt. Aus diesem Grund sollte der Erdstamm mit einer Handsäge durchgesägt werden. Auf Grund des großen Umfanges des Stammes traute sich niemand ihn durchzusägen. Deshalb wurde daneben ein neuer Baum gepflanzt. Lange Zeit wuchs der neue Baum nicht. Doch plötzlich bekam der alte Baum wieder Blätter und der Wuchs des Baumes führte dazu, dass er heute wieder die gleiche Größe aufweist, wie der bereits vorhandene. Der neugeplanzte Baum wurde wieder entfernt.

St. Jakob bei Fuchsberg

Eingangsbereich St. Jakob bei Fuchsberg

Mauerwerkdenkmal vor der Erbauung der St. Jakobskirche

Weit in die Geschichte zurück reichen die ersten Anfänge. Wie im Volksmund berichtet wird, befand sich an der Stelle des jetzigen Jakobskirchlein ein Mauerwerkdenkmal mit einem auf Holz gemalten Bildnis des Hl. Jakob.

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass das Wallfahrtskirchlein St. Jakob 1766 (an anderer Stelle ist 1749 genannt) von dem Reichsgrafen Karl-Clement-Ferdinand von der Wahl aus Teunz und seiner Gemahlin Eleonora, einer geb. Taufkirchen-Kreuth aus Fuchsberg, erbaut worden ist, um auf diese Weise dem hl. Jakob Dank abzustatten dafür, dass er in den Türkenkriegen (1679 bis 1726) ihren Sohn, der als Kavallerieoffizier an denselben beteiligt war, auf Fürbitte der Eltern vor jeder Verwundung beschützt hatte. An der Empore der Kirche ist aufgemalt, wie der Heilige im Kampfgetümmel an der Seite seines Schützlings reitet.

Empore St. Jakob bei Fuchsberg

Allem Anschein nach wurde St. Jakob bereits früher errichtet. Denn ein anderer Chronist berichtet: Carl (Clement) Ferdinand Maria (gest. 1769) und seine Gemahlin Gräfin Eleonora von Taufkirchen-Kreuth - dieselbe liegt in Teunz in der Pfarrkirche auf der Epistellseite begraben - bauten das zur Zeit des Luthertums ganz in Verfall geratene, mehrbelobte St. Jakobskirchlein wieder auf.

St. Jakob war eine schmucke Kirche mit Engel, Predigtstuhl und Seitenaltar. Leider wurde die Kirche in den 60er Jahren aufgebrochen und ausgeplündert. Die Kirche wurde daraufhin bei der Renovierung etwas "vereinfacht". An der linken Seite, wo sich der Predigtstuhl befand, sind nun drei Figuren angebracht. Die Figuren stellen die Apostel Petrus, Jakobus (in der Mitte) und Paulus dar.

Apostel Petrus, Jakobus und Paulus

Hl. Jakobus

Auf dem Hochaltarbild ist der hl. Jakobus mit Muschel und Wanderstab abgebildet. Links und rechts vom Altar befindet sich jeweils ein Bild. Auf den beiden Bildern sind die Fußwaschung und das Abendmahl abgebildet.

Auf der rechten Seite, wo sich früher der Seitenaltar befand, ist heute ein Kreuz mit Heiland und Mutter Gottes angebracht. Rechts und links vom Kreuz befinden sich zwei Figuren. Hier wird vermutet, dass die Hl. Johannes dargestellt ist. Belegt ist dies jedoch nicht.

An der hinteren Kirchenwand befinden sich zwei Votivtafeln, auf denen das Schloss Fuchsberg abgebildet ist, wie es im 18. Jahrhundert ausgesehen hat. Eine Inschrift auf einer der beiden Tafeln nimmt Bezug auf die Besetzung der Oberpfalz durch die Franzosen, sie lautet:

"Als im Jahre 1796 die ganze Oberpfalz durch die Franzosen feindlich überfallen wurde, verlobte (im Sinne von geloben) sich die Hochgräfliche Herrschaft von Fuchsberg aus Dank zum hl. Jakob und Johann von Nepomuk. Beide Hofmarchen (Fuchsberg und Teunz) blieben auch von feindlichen Einfällen befreit. Zur Danksagung ließen sie diese Tafel fertigen."

Auf der zweiten Votivtafel wird für die Verschonung vor einer schlimmen grassierenden Viehseuche gedankt.

Kreuz mit Heiland und Mutter Gottes

An der Wand im hinteren Bereich der Kirche sind noch weitere kleinere Dankestafeln für Hilfe bei Not und Krankheit angebracht. Des weiteren ist im hinteren Bereich Mutter-Gottes-Bild mit Jesuskind angebracht.

Im Kirchenschiff links und rechts sind an der Wand die Bilder der Erbauer von St. Jakob.

Karl-Clement-Ferdinand von der Wahl
Karl-Clement-Ferdinand von der Wahl

Gemahlin Eleonora
Gemahlin Eleonora

In der Kirche befindet sich auch die Erntekrone, welche die Katholische Landjugend Fuchsberg an Erntedank von der Ortschaft Fuchsberg aus in einer Prozession nach St. Jakob hinausfährt.

Im Jahre 2002 wurde in der Kirche eine Heldengedenktafel angebracht. Auf der Tafel sind die gefallenen Soldaten aus der Ortschaft Fuchsberg aus dem 1. Weltkrieg (1914 - 1918) aufgelistet. Diese Tafel befand sich früher in der Ortschaft Fuchsberg an einer Kapelle, welche abgerissen wurde, weil sie baufällig war.

Die erste Rechnung der Kirche stammt aus dem Jahre 1765. Unter Pfarrer Ludwig Weiß erfolgte in den Jahren 1975 - 1978 eine Innenrenovierung und im Zuge der Außenrenovierung (1991) wurde das Dach völlig neu eingedeckt sowie der Dachreiter mit Glocke versetzt.

Die Kirche St. Jakob bei Fuchsberg hat 80 Sitzplätze. Sie wird für die Maiandachten, Bitttage und zahlreichen Andachten von den Jakobuspilgern genutzt. Aber auch Hochzeiten werden dort abgehalten. Sehr feierlich wird dort auch das "Jakobusfest" und die Erntedankfeier begangen.

Kirche St. Jakob bei Fuchsberg


Quellen:

Otto Taufkirch, Lehrerseminarist in Amberg, der dieselben nach dem Original von Pfarrer Joh. B. Schütz (Pfarrer in Teunz vom 30.06.1875 bis 09.06.1880) abgeschrieben hat;
"Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg", ISBN-Nr.: 3-927598-22-4, Verlag Seehars, Uffenheim, Fränkischer Albverein (Hrsg.);

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